Der 5-Euro-Schein und Ihr persönlicher Reichtum

Wie Sie mit wenig Aufwand den Anfang bei Ihrem Vermögen machen.

(Von Hans-Georg Drape)

 

 

 

Von alten Bräuchen kann man viel lernen. Nicht, dass immer alles richtig ist, was die Menschen früher getan haben. Aber einiges können wir heute noch gut verwenden.

 

Ich war etwa sieben Jahre alt, als mir im Zimmer meiner großen Schwester ein Einmachglas auffiel. Es war gut zu einem Drittel gefüllt mit Ein- und Zweipfennigstücken. Ich war natürlich neugierig und wollte wissen, was das bedeutet. „Das ist das Geld für meine Brautschuhe“ sagte sie. „Willst Du denn heiraten?“ fragte ich. Sie bejahte. „Wen denn?“ war die nächste Frage, denn da ich vier große Schwestern habe, wäre ein Schwager ja sowas wie ein großer Bruder gewesen, und das hat natürlich erhebliches Interesse bei mir geweckt. „Das weiß ich noch nicht“ antwortete sie, „aber eines Tages wird es so weit sein.“

 

Das soll mal einer verstehen. Da sammelt jemand Pfennigstücke, um sich eines Tages Schuhe zu kaufen. Aber genau dieses Prinzip steht hinter jedem Reichtum, den die Welt gesehen hat. Reich wird man nämlich nicht von dem Geld, was man bekommt sondern von dem, was man nicht ausgibt. Wenn man 20 Jahre lang kleine Beträge sammelt, hat man eine Summe zusammen, die man vorher nicht für möglich gehalten hätte.

 

Das wussten schon vor vielen Jahrzehnten die einfachsten Menschen. So manche Pappelallee, die vorwiegend in Norddeutschland zu bewundern ist, entstand aus derselben Idee: vor langer Zeit gab es noch die Aussteuer. Aus heutiger Sicht ist das eine Herabwürdigung der Frau, denn es muss nichts ausgesteuert werden. Aber früher wurde das anders gesehen. Wenn ein Bauer damals Vater einer Tochter wurde, pflanzte er entlang eines Feldwegs eine lange Reihe Pappeln. Pappelholz wächst schnell und lässt sich nach 20 Jahren leicht zu Geld machen. Wenn die Tochter dann im heiratsfähigen Alter war, wurden die Pappeln gefällt, das Holz verkauft und davon die Aussteuer bezahlt. Meist waren dies Tischdecken, Tafelsilber und Geschirr oder ähnliche Dinge, die ein Haushalt bei seiner Gründung brauchte. Was nach heutiger Lesart ein No-Go ist, war damals gang und gäbe.

 

Was hat das nun mit unserem 5-Euro-Schein zu tun? Die Antwort ist verblüffend einfach. Wir haben ihn alle im Portemonnaie, diesen Schein. Und geben ihn aus. Häufig für Dinge, die völlig unnötig sind. Was kostet bis zu fünf Euro? Eine Cola, ein Kaugummi oder Schokoriegel, irgendwelche Kleinigkeiten, die man selten wirklich braucht. Jedes Mal, wenn man einen 5-Euro-Schein anfasst, sollte man sich die Frage stellen, ob das, was man jetzt gerade kaufen möchte, nötig ist. Häufig ist es das nicht. Und wenn man nun jedes Mal den Schein verschont und zuhause unbeobachtet in eine Schachtel oder an einen anderen verborgenen Ort legt, sammelt man die Scheine, statt sie auszugeben. Das ist schon der ganze Trick. Und man kann sicher sein, man hat nach einem halben Jahr bereits eine stattliche Zahl an 5-Euro-Scheinen angesammelt.

 

Wichtig:

 

  1. Keine 5-Euro-Scheine mehr ausgeben. Was wirklich nötig ist, können Sie auch mit einem Zehner oder mit Karte bezahlen
  2. Nicht mogeln! Lassen Sie das Schicksal darüber entscheiden, wann, wo und wie viele 5-Euro-Scheine Sie bekommen.
  3. Keine dieser Scheine mehr ausgeben.
  4. Um die Spannung und die Vorfreude zu erhöhen, zählen Sie nach einer festgelegten Zeit das erste Mal nach, z. B. nach einem halben Jahr. Sie werden staunen, was sich da schon für ein Geldbetrag gebildet hat!

 

Dies ist eine Disziplin-Übung. Sie funktioniert nur, wenn Sie wirklich wollen und konsequent sind. Man kann immer Ausreden finden, um etwas nicht zu tun, was man sich vorgenommen hat. Ganz nebenbei stellen Sie – falls sie sich nicht sicher sein sollten - auf diese Weise fest, ob Sie bereit sind, ein selbst gestecktes Ziel einzuhalten. 5-Euro-Scheine passen übrigens genau in eine alte iPhone 4 – Verpackung. Darin habe ich meine gesammelt und mich jedes Mal beim Öffnen der Schachtel gefreut, dass das Geldscheinbündel dicker geworden ist.

 

Viel Spaß und jede Menge finanziellen und persönlichen Reichtum wünscht Ihnen

Hans-Georg Drape

 

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